Entwurf: Manifest No.1

Wir glauben nicht an "Beeinträchtigung", wir glauben an "Fähigkeiten".

Ich halte es kaum aus, dass die Menschen, mit denen wir trainieren, in erster Linie nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen benannt werden. Die Einteilung in "beeinträchtigte Menschen" wird ja im Regelfall getroffen, um die eingeschränkte wirtschaftliche Erwerbsfähigkeit zu beschreiben. Das mag im Umgang mit dem Arzt, Gesundheitsbehörden und Versicherungen wichtig und sinnvoll sein. Davon abgesehen hat die Bezeichnung "beeinträchtigt" genau gar keinen Mehrwert. Die Bezeichnung "Special Needs" ist schon einen Schritt weiter, bezieht sich aber noch immer offensichtlich auf einen Mangel oder eben die Beeinträchtigung. Total happy bin ich damit auch nicht.

Weil es kann ja nicht sein, dass das Kriterium der Arbeitsfähigkeit das erste und wichtigste Kriterium des Menschen ist. Einen Menschen macht ja viel mehr aus. Ich will in einer Welt leben, wo andere Kriterien wichtiger sind: Liebenswürdigkeit, Begeisterungsfähigkeit, Respekt. Ich bin so froh, dass ich in letzter Zeit so viele AusnahmeTalente kennengelernt habe. Sie haben mich an ihrer Herzlichkeit und emotionaler Ausdrucksstärke teilhaben lassen – das ist jedes Mal ein Geschenk!

Der Job oder die Job-Losigkeit oder die Beeinträchtigung – das soll nicht das erste Kriterium eines Menschen sein. Auf die Frage, " ... und: Was machst du so?", sollen die Leute nicht antworten mit: "Anwalt", "AMS" oder „Pension". Sondern mit dem, wofür sie wirklich brennen. Was ihre Herzensangelegenheit ist. "Ich geh´gern klettern und sammle alte Wurlitzer." oder "Ich geh gern ins Wirtshaus und sammle nicht gern das Gackerl im Sackerl." So stell mich mir das vor.

Und wenn wir schon Begriffe aus der Wirtschaft verwenden müssen: Wie wärs mit "Hidden Champions“?