Mitleid ... am Arsch!

Wenn ich am Sonntag abend bei der Kassa in der Tankstelle bezahle, sage ich da: "Die Nummer vier, bitte, und es tut mir sehr leid für Sie, dass Sie so einen g´schissenen Job haben."? – Eher nicht. Aber ich werde versuchen, ein halbwegs angenehmer Kunde zu sein. Ein Minimum an Freundlichkeit tut´s da schon.
Ich sage auch nicht: "Entschuldigen Sie, ... Sie sind unglaublich häßlich. Es tut mir sehr leid, dass Ihre Eltern Ihnen keine g´scheiten Gene vererbt haben." In diesem Fall wäre Maul halten die richtige Option.
Mitleid ... am Arsch! Das braucht niemand. Ist ja auch komplett unlogisch: Was soll daran gut sein, wenn es statt einem Leidenden zwei Leidende gibt?
Mitgefühl ... das ist etwas Brauchbares. Erfordert aber eine empathische Grundaustattung. Hat nicht jeder. Und in der Konsequenz bedeutet das, dass ich in entsprechenden Situationen die Tür aufhalte, jemanden den Vortritt lasse oder frage, ob ich behilflich sein kann und gleichzeitig den üblichen Respekt zeige. Und das gilt auch für Menschen mit Behinderung.
Mehr ist es nicht. Aber das ist schon eine ganze Menge.